VPN_GRUNDLAGEN
Was ein VPN kann und was nicht: ehrliche Empfehlungen, Datenschutz-Fallstricke und die Grenzen der Technik.
REALITÄTSCHECK
Ein VPN ist kein magischer Tarnumhang. Wer damit Straftaten begeht, kann trotzdem erwischt werden. Diese Anleitung zeigt sinnvolle Einsatzzwecke und die Grenzen der Technik.
WAS IST EIN VPN?
Ein Virtual Private Network (VPN) baut einen verschlüsselten Tunnel zwischen deinem Gerät und einem VPN-Server auf. Dein Internetanbieter sieht nur noch, dass du mit dem VPN verbunden bist, aber nicht, welche Websites du besuchst.
Deinen Datenverkehr vor dem Mitlesen durch den Internetanbieter
Deine echte IP-Adresse
Ländersperren (nicht immer)
WOVOR EIN VPN NICHT SCHÜTZT
DEIN VPN-ANBIETER SIEHT ALLES
Du tauschst nur deinen Internetanbieter gegen eine andere Firma. Auch die kann Daten speichern, verkaufen oder herausgeben.
- • Beim Verbinden sieht er deine echte IP
- • Er sieht alle deine DNS-Anfragen
- • Zahlungsdaten können dich identifizieren
- • Der Firmensitz entscheidet über Behördenanfragen
WEBSITES VERFOLGEN DICH TROTZDEM
Cookies, Fingerprinting und Logins erkennen dich, egal ob mit oder ohne VPN.
- • Eingeloggt weiß Google, wer du bist
- • Browser-Fingerprints sind oft einzigartig
- • Cookies bleiben über VPN-Verbindungen hinweg erhalten
- • Dein Verhalten ist wiedererkennbar
EMPFEHLUNGEN (2025)
Mullvad VPN
WARUM ES DIE BESTE WAHL IST
- ✓ Keine E-Mail nötig, nur eine Kontonummer
- ✓ Bargeld per Post wird akzeptiert
- ✓ Sitz in Schweden (starke Datenschutzgesetze)
- ✓ Open-Source-Apps
- ✓ Keinerlei Datenspeicherung
- ✓ Nur WireGuard-Protokoll
- ✓ Unabhängige Audits veröffentlicht
hide.me
WARUM HIDE.ME
- ✓ Großzügige Gratis-Version (begrenzt, aber nutzbar)
- ✓ Sitz in Malaysia (außerhalb der 14 Eyes)
- ✓ No-Log-Richtlinie geprüft
- ✓ Server mit 10 Gbit/s (schnell)
- ✓ Portweiterleitung inklusive
- ✓ Unterstützt WireGuard, OpenVPN, SoftEther
- ✓ Split-Tunneling auf allen Plattformen
TYPISCHE EINSATZZWECKE
SINNVOLLE ZWECKE
Schutz in Cafés, an Flughäfen und in Hotels. Angreifer lieben offene Netze.
Manche Internetanbieter bremsen Streaming oder Gaming. Ein VPN kann das umgehen.
Inhalte abrufen, die in deinem Land nicht verfügbar sind (verstößt meist trotzdem gegen die AGB).
Sicherer Zugriff aufs Heimnetz auf Reisen.
GRAUZONEN
Viele IPTV-Dienste verlangen ein VPN für IP-Freigaben oder gegen Sperren des Anbieters.
In einem anderen Land erscheinen, etwa für Dienste, Spiele oder Preise.
Verschiedene VPN-Ausgangs-IPs für verschiedene Konten, damit sie sich nicht verknüpfen lassen.
Mullvad erlaubt P2P ausdrücklich. Urheberrechtsverletzungen bleiben in den meisten Ländern trotzdem illegal.
DIESE ANBIETER BESSER MEIDEN
Diese Anbieter fallen durch bedenkliche Praktiken auf: Datenspeicherung, Datenverkauf, irreführendes Marketing oder einen problematischen Firmensitz.
GRATIS-VPNs
Wenn es nichts kostet, bist DU das Produkt. Viele blenden Werbung ein oder verkaufen Daten.
Crossrider/ZenMate
Gehört einer Werbetechnik-Firma mit Vorgeschichte beim Datensammeln.
Hola VPN
Die Gratis-Version macht dein Gerät zum Ausgangspunkt für fremden Datenverkehr.
Hotspot Shield
Bekannt für aufdringliche Werbung und fragwürdigen Datenschutz.
Sitz in 14-Eyes-Staaten
Länder, die Geheimdienstdaten austauschen (USA, UK, DE u. a.).
Im Besitz von Kape
ExpressVPN, CyberGhost und PIA gehören einer ehemaligen Werbefirma.
DER FIRMENSITZ ZÄHLT
Der Sitz eines VPN-Anbieters bestimmt, welche Gesetze für ihn gelten. Die „14 Eyes" sind ein Geheimdienstverbund, der Daten austauscht.
14-EYES-STAATEN
USA, UK, Australien, Kanada, Neuseeland (Five Eyes)
Dänemark, Frankreich, Niederlande, Norwegen (Nine Eyes)
Deutschland, Belgien, Italien, Schweden, Spanien (14 Eyes)
GÜNSTIGE STANDORTE
✓ Schweiz: datenschutzfreundlich
✓ Malaysia (hide.me): außerhalb der Bündnisse
! Schweden (Mullvad): formal 14 Eyes, aber strenge Gesetze und keine gespeicherten Daten, die herausgegeben werden könnten
SCHNELLEINRICHTUNG: Mullvad
-
1.
Mullvad-App von
mullvad.netherunterladen -
2.
Die Kontonummer wird automatisch erzeugt. Speichere sie gut, eine E-Mail ist nicht nötig.
-
3.
Serverstandort wählen. Für gute Geschwindigkeit einen im eigenen Land oder in der Nähe.
-
4.
Verbinden. Der Kill-Switch (in den Einstellungen) sperrt das Internet, falls das VPN abbricht.
-
5.
Unter
mullvad.net/checkprüfen
KILL-SWITCH EINSCHALTEN
Ein Kill-Switch sperrt das gesamte Internet, sobald das VPN abbricht. Ohne ihn ist deine echte IP sofort sichtbar, wenn die Verbindung wegbricht. Mullvad und hide.me haben diese Funktion. Schalte sie sofort ein.
SCHUTZ VOR DNS-LECKS
Auch mit VPN können DNS-Anfragen über die Server deines Internetanbieters laufen. Nutze ausschließlich die DNS-Server deines VPN-Anbieters.
Mullvad DNS: 194.242.2.2
hide.me DNS: 185.222.222.222
WebRTC-LECKS
WebRTC kann deine echte IP trotz VPN verraten. Teste das unter ipleak.net oder browserleaks.com
FAZIT
- • Ein gutes VPN ist sein Geld wert. Gratis-VPNs verkaufen meist deine Daten.
- • Mullvad ist der Maßstab beim Datenschutz. hide.me ist die beste Gratis-Option.
- • Der Firmensitz zählt. Meide nach Möglichkeit Anbieter aus 14-Eyes-Staaten.
- • Ein VPN macht dich nicht anonym. Cookies, Fingerprints und Verhalten verraten dich weiterhin.
- • Für echte Anonymität gibt es Tor, mit spürbaren Nachteilen.
- • Den Kill-Switch immer einschalten.